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Stimmt. Und das ist auch gut so.
Soweit, so gut.
Problematisch wird es meiner Meinung nach, wenn die Wandlung von diffus unverständlichen Umständen und Zusammenhängen zu rational klaren Erkenntnissen, die dann nicht mehr furchterregend zu sein brauchen, dazu führt, daß die Angst verleugnet wird, weil sie ja "unaufgeklärt" wäre. Die Angst wird bis auf weiteres ein fundamentaler Bestandteil der menschlichen (und tierischen) Gefühlswelt bleiben.
Die Frage ist nicht, ob wir Angst haben, sondern lediglich, wovor.
Bei Kindern ist das schön zu sehen: Wenn sie durch die vielen Unsicherheiten der ständig sich rasant für sie verändernden Welt beunruhigt und verängstigt sind, dann baut der Verstand automatisch - nachträglich! - eine Erklärung für das Angsthaben, die dem Wissensstand des Kindes entspricht. Dann hat es also Angst davor, daß ein Saurier im Garten sein Unwesen treiben könnte oder ein Löwe hinter der Toilettentür lauert.
Und je aufgeklärter der Mensch, desto komplexer sind die vermeintlich rationalen Erklärungen, die sich für uns auf den ersten Blick ja gar nicht von den tatsächlichen unterscheiden.
Trotzdem, Wissen reduziert die Angst und das Gefühl von Machtlosigkeit und Ausgeliefertsein, und natürlich bin ich für die Aufklärung.
Einfacher wird die Welt durch sie aber nicht, finde ich.